StartÜber unsProjekte/ReferenzenSierra LeoneTechnik-Mediathek
Idee & ZieleKonzeptVereinInfomaterial & ArchivPartner / LinksKrankenhaus ChamacaSchliessungBilder
Deutsch
Español
English
Français
AnmeldenSuchenKontaktImpressum

Das Krankenhaus Nuestra Querida Señora Chamaca - Entstehung und Konzept

 

Parallel zu seinen laufenden Trinkwasserprojekten baute Wolfgang Buchner in Chamaca, in der Provinz Süd-Yungas (ca. 180 km östlich von La Paz gelegen), ein Krankenhaus.

Ab 1984 zunächst mit eigenen Mitteln, danach mit finanzieller und logistischer Unterstützung der Pfarrei Hl. 14 Nothelfer in München und von Freunden aus seiner Heimatstadt Holzkirchen, sodaß das Krankenhaus "Nuestra Querida Senora" 1987 offiziell eingeweiht werden konnte.

Wolfgang Buchners Frau Dr. Martha Buchner, eine bolivianische Ärztin, betreute seitdem das Krankenhaus verwaltungstechnisch.

Mit Hilfe der Universität La Paz war die personelle Ausstattung (ein Arzt und eine Krankenschwester) gesichert.

Ziel war es, eine medizinische Grundversorgung in einem weitläufigen, oft schwer zugänglichen ländlichen Gebiet zu schaffen, das bis dahin medizinisch völlig unterversorgt war. Deshalb gab es neben dem eigentlichen Krankenhaus mittlerweile noch zehn Sanitätsposten in umliegenden Dörfern, in denen der Arzt regelmäßig (meist einmal pro Woche) eine Sprechstunde abhielt. In der Zeit zwischen den Sprechstunden erfolgte eine einfache und notfallmäßige medizinische Betreuung der Gemeinden durch ehrenamtliche Sanitäter, die am Krankenhaus ausgebildet wurden.

 

Neben Wohnräumen für Arzt, Verwalter und Krankenschwester (mit Familien) umfaßte das Krankenhaus unter anderem mehrere Krankenzimmer, einen Operationssaal, Sprechzimmer, eine Apotheke und einen Schulungsraum. Zudem verfügte es über eine eigene Energieversorgung mittels eines selbstgebauten kleinen Wasserkraftwerkes. Wichtig war auch ein Motorrad, mit dem die umliegenden Gemeinden bei den Visiten erreicht werden können.

 

Die Patienten stammten aus über 70 Gemeinden mit insgesamt 15.000 Einwohnern aus der Umgebung des Krankenhauses. Die Orte lagen entlang eines 70 km langen Flußabschnittes des Rio Boopi in den Yungas, dem subtropischen Regenwald Boliviens, am Abhang der östlichen Andenkordillere in Richtung Tiefland. Das nächste Krankenhaus war vor 1987 mehrere Autostunden entfernt gelegen. Zusätzlich machten Bergrutsche - verursacht durch starke Regenfälle - die Straßen oft für Wochen bis Monate unpassierbar. In dieser Situation führten einfache Erkrankungen, die bei ärztlicher Behandlung beherrschbar gewesen wären, oft zum Tod. Auch ansonsten waren die langen, beschwerlichen Wege für einen schwer erkrankten Menschen teilweise lebensgefährlich. Durch das Krankenhaus in Chamaca konnte also eine wichtige Versorgungslücke in diesem Bereich geschlossen werden, seine Einrichtung hat sich über die Jahre sehr bewährt. Durch das Einbeziehen der Bevölkerung, zum Beispiel in der Ausbildung zum Sanitäter, hat es eine hohe Akzeptanz erreicht.

 

Genauso wichtig wie die Behandlung von Krankheiten ist auch die Vorsorge und Aufklärung. Ein Großteil der Landbevölkerung hat nie eine Schule besucht. Viele Menschen dort wissen zu wenig über den Zusammenhang von Hygiene und der Ausbreitung von Infektionskrankheiten, von falscher Ernährung und der Entstehung von Mangelkrankheiten oder von mangelnder Zahnhygiene, um nur einige Beispiele zu nennen. Diesen Defiziten wirkte das Krankenhauspersonal mit Schulungen, oder auch mit Impfkampagnen, entgegen. Seit 1987 wurden im "Hospital de nuestra querida senora" und seinen Außenposten jährlich mehrere tausend Menschen behandelt (zuletzt ca. 6.000 Patienten pro Jahr).

 

Das finanzielle Defizit des Krankenhauses von ca. 10.000,- Euro pro Jahr wurde von der Aktionsgemeinschaft EMAS e.V. durch Spendengelder getragen.